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Testen von Blaualgen

Die Zahl der Blaualgenbelastungen scheint seit Jahren zuzunehmen. Ein paar warme Tage und schon ist es in allen möglichen Badeseen, Teichen und Weihern wieder so weit. Wie kommt das und was genau sind Blaualgen eigentlich?

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Alles über blaualgen

Die Zahl der Blaualgenbelastungen scheint seit Jahren zuzunehmen. Ein paar warme Tage und schon ist es in allen möglichen Badeseen, Teichen und Weihern wieder so weit. Wie kommt das und was genau sind Blaualgen eigentlich?

Was sind Blaualgen?

Blaualgen sind mikroskopisch kleine Organismen, die weltweit im Wasser vorkommen. Es handelt sich dabei nicht wirklich um Algen, sondern um Bakterien. Offiziell sind sie unter dem Namen Cyanobakterien bekannt. Diese Gruppe von Bakterien enthält unter anderem das Pigment Phycocyanin. Dieses Pigment nutzen Cyanobakterien, um Licht einzufangen, und es hat eine blaugrüne Farbe. Wenn die Menge an Cyanobakterien stark zugenommen hat, bilden sie eine schwimmende Schicht an der Wasseroberfläche. Das Wasser sieht trüb aus und bekommt einen bläulichen Schimmer.

Blaualgen im Wasser

Wie entstehen Blaualgen?

Blaualgen kommen von Natur aus im Wasser vor. Cyanobakterien sind in allen Gewässertypen zu finden. Also nicht nur im Süßwasser, sondern auch im Salzwasser, in extrem kaltem Wasser und sogar in heißen Quellen. Auch im Winter befinden sich Blaualgen im Wasser, allerdings bemerkt man sie dann kaum. Cyanobakterien werden erst zum Problem, wenn sie in hohen Konzentrationen auftreten.

Besonders im Sommer und Spätsommer kann es zur sogenannten „Algenblüte“ kommen. Dann sind genügend Nährstoffe im Wasser vorhanden, sodass die Menge an Cyanobakterien stark ansteigen kann. Folgende Faktoren spielen dabei eine Rolle:

  • Hohe Temperaturen
  • Wenig Wind und somit wenig Strömung
  • Langanhaltende Trockenheit, wodurch das Wasser nicht durch Regenwasser erneuert wird
  • Einleitung von Abwasser
  • Dünger von landwirtschaftlichen Flächen
  • Stickstoffeintrag

Dass Blaualgen häufiger vorkommen, liegt vor allem an den immer wärmeren Sommern und der Qualität des Oberflächenwassers in den Niederlanden und Belgien. Durch intensive Landwirtschaft enthalten Boden und Wasser viel Phosphor. Dies verursacht eine Eutrophierung, was bedeutet, dass das Wasser sehr nährstoffreich wird. Pflanzen, Algen und somit auch Cyanobakterien können dadurch viel stärker wachsen als normal.

Warum Blaualgen gefährlich sind

Bei einer hohen Konzentration von Blaualgen bildet sich eine Schwimmschicht auf dem Wasser. Das Wasser bekommt sogar eine bläuliche Farbe und sieht sehr trüb aus. Zudem kann das Wasser einen schwefelartigen Geruch entwickeln. Durch eine dichte Schwimmschicht an der Wasseroberfläche kann ein Sauerstoffmangel im Wasser entstehen, was zum Fischsterben führen kann.

Viele Arten von Cyanobakterien können Giftstoffe (Cyanotoxine) produzieren. Genau diese Arten werden häufig in niederländischen und belgischen Gewässern gefunden. Wenn du in belastetem Wasser schwimmst, kommst du durch Hautkontakt mit diesen Giftstoffen in Berührung oder nimmst sie über Mund oder Nase auf. Dies kann zu unangenehmen Beschwerden führen und in Ausnahmefällen sogar schwere Erkrankungen verursachen. Auch (Haus-)Tiere können unter den Giftstoffen leiden und sogar daran sterben.

Beschwerden durch Blaualgen

Der Kontakt mit hohen Konzentrationen von Blaualgen kann unangenehme Beschwerden verursachen. Besonders kleine Kinder reagieren sehr empfindlich auf die von Blaualgen produzierten Cyanotoxine. Das liegt vor allem daran, dass Kinder beim Schwimmen und Spielen häufiger Wasser verschlucken. Zudem sind Kinder aufgrund ihres schnelleren Stoffwechsels ohnehin anfälliger für Giftstoffe. Auch Hunde sind einem hohen Risiko für eine Blaualgenvergiftung ausgesetzt. Sie nehmen beim Schwimmen oft viel Wasser auf und können dadurch große Mengen an Giftstoffen aufnehmen.

Wenn du Wasser verschluckst oder es in deine Nase oder deinen Mund gelangt, kann das folgende Beschwerden verursachen:

  • Eine allergische Reaktion: zum Beispiel geschwollene Augen oder Lippen, Niesen, eine laufende Nase, Bläschen auf der Haut oder Juckreiz.
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Bauchkrämpfe
  • Durchfall

Bei Hautkontakt können folgende Beschwerden auftreten:

  • Hautreizungen: gerötete Haut, brennendes Gefühl und Juckreiz
  • Juckende oder brennende Augen
  • Eine allergische Reaktion: zum Beispiel geschwollene Augen oder Lippen, Niesen, eine laufende Nase, Bläschen auf der Haut oder Juckreiz

Was tun bei Kontakt mit Blaualgen?

Wenn du in Wasser geschwommen bist, in dem Blaualgen vorkamen, solltest du sofort Maßnahmen ergreifen. Dusche dich direkt ab, um das belastete Wasser abzuspülen. Spüle auch deine Badekleidung gründlich aus. Es ist nicht nötig, sich mit Seife zu waschen.

Bei Erwachsenen fallen die Beschwerden durch Blaualgen oft mild aus und klingen von selbst wieder ab. Erst wenn du mehrere Gläser „belastetes“ Wasser trinken würdest, könnten die Giftstoffe wirklich gefährlich werden. Wenn die Beschwerden nicht nachlassen oder du dir Sorgen machst, solltest du natürlich einen Arzt aufsuchen. Achte besonders auf Kinder, da sie empfindlicher sind und beim Spielen viel Wasser aufnehmen können. Milde Beschwerden klingen innerhalb weniger Tage wieder ab. Sollte dein Kind jedoch direkt nach dem Schwimmen krank werden, kontaktiere bitte sofort den Hausarzt.

Sei bei Hunden besonders wachsam, da sie von bestimmten Cyanotoxinen sehr krank werden und sogar daran sterben können. Lass Hunde daher nicht einfach überall schwimmen und lass sie auch nicht aus stehendem Wasser trinken. Falls der Hund doch Blaualgen-belastetes Wasser aufgenommen hat, kontaktiere bitte sofort den Tierarzt.

Woran erkennt man, ob Blaualgen im Wasser vorhanden sind?

Wenn du in Naturgewässern schwimmen gehst, prüfe vorher, ob das Wasser sicher ist. An vielen Badestellen in Naturgewässern wird die Wasserqualität regelmäßig kontrolliert. Schau auf der Website des jeweiligen Bundeslandes nach, wie der aktuelle Status ist.

An vielen Orten in Deutschland wird das Wasser kontrolliert, aber nicht überall. Wenn du an einen Ort kommst, der nicht getestet wurde, schau dir das Wasser genau an. Du erkennst Blaualgen an einer schwimmenden Schicht auf dem Wasser mit einer bläulichen Farbe. Wenn du zudem viele tote Fische siehst oder Fische, die nach Luft schnappen, solltest du an dieser Stelle lieber nicht schwimmen gehen. Bist du dir unsicher? Mit einem Blaualgen-Selbsttest kannst du das Wasser schnell auf Blaualgen testen.

Blaualgen können in fast jedem Gewässertyp vorkommen: Flüsse, Seen, Moore, Teiche, Kanäle, Gräben und das Meer. Auch in Aquarien oder Gartenteichen können Blaualgen auftreten. Eine hohe Konzentration an Blaualgen kann schnell entstehen. Ein Blaualgen-Selbsttest gibt Sicherheit über die Wasserqualität und sorgt dafür, dass du dich sicher in Naturgewässern erholen kannst!

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