Buchsbaumzünsler und Buchsbaumraupen bekämpfen
Der Buchsbaumzünsler ist seit einigen Jahren ein lästiges und schädliches Problem in unseren Gärten. Die Raupe dieser Motte kann Buchsbaumgewächse in kurzer Zeit vollständig kahlfressen. Glücklicherweise gibt es Möglichkeiten, Buchsbaumzünsler und Buchsbaumraupen unter Kontrolle zu bringen. So verhindern Sie, dass Ihr Garten zu einem Schlachtfeld wird!
Was sind Buchsbaumzünsler und -raupen und woher kommen sie?
Der Buchsbaumzünsler (Cydalima perspectalis) ist ein Kleinschmetterling, der ursprünglich aus Ostasien stammt. Vor etwa 20 Jahren gelangte die Motte versehentlich nach Europa. Wahrscheinlich geschah dies durch Transporte aus Asien. Die ersten Falter wurden in Deutschland und der Schweiz gesichtet, mittlerweile sind sie jedoch über ganz Europa verbreitet.
Da der Buchsbaumzünsler ein Exot ist, hatte er zunächst keine natürlichen Feinde und somit freies Spiel. Dadurch konnten sich die Motten und Raupen leicht zu einer Plage entwickeln. Inzwischen haben unter anderem Vögel die Raupen immer besser als Nahrungsquelle entdeckt, wodurch sie deutlich kontrollierbarer geworden sind. Dennoch kann man im Garten immer noch erheblich unter Buchsbaumraupen leiden. In kurzer Zeit frisst die Raupe eine Buchsbaumhecke vollständig kahl.
Buchsbaumzünsler erkennen
Der Buchsbaumzünsler hat weiße, fast durchsichtige Flügel mit einem braunen Rand. Sie haben eine Spannweite von etwa 4 cm, es handelt sich also um einen relativ großen Schmetterling. Der Buchsbaumzünsler ist ein Nachtfalter, daher werden Sie ihn tagsüber kaum sehen. Nur bei einem starken Befall sieht man auch tagsüber viele Buchsbaumzünsler fliegen.

Buchsbaumraupe erkennen
Eine ausgewachsene Buchsbaumraupe hat ein sehr auffälliges Aussehen. Sie sind hellgrün mit einem schwarzen Kopf sowie schwarzen Punkten und Streifen auf dem Körper. Ausgewachsene Buchsbaumraupen sind etwa 4 cm groß. Die jungen Larven sind schwieriger zu erkennen. Wenn sie gerade aus dem Ei schlüpfen, sind sie braungelb und nur wenige Millimeter groß.

Schritt-für-Schritt-Anleitung: Buchsbaumraupen biologisch bekämpfen
Buchsbaumraupen ernähren sich von den Blättern verschiedener Buchsbaumarten und können in kurzer Zeit einen kompletten Strauch kahlfressen. Sie können die Buchsbaumraupe biologisch mit Nematoden bekämpfen. Nematoden (oder Fadenwürmer) sind normalerweise im Boden aktiv. Dort wirken sie als Parasiten auf verschiedene Larven. Die Nematoden dringen in das Schadinsekt ein und infizieren es mit einem Bakterium. Dadurch stirbt das Schadinsekt schließlich ab.
Nematoden können auch oberirdisch eingesetzt werden, allerdings überleben sie keine UV-Strahlung. Oberirdisch wirken Nematoden nur, wenn man die Raupen direkt trifft, sodass sie in diese eindringen und sie parasitieren können.
So wirken Nematoden gegen die Buchsbaumraupe
- Wählen Sie den richtigen Zeitpunkt
Nematoden wirken am besten, wenn sie unter optimalen Bedingungen eingesetzt werden. Da sie keine UV-Strahlung vertragen, empfiehlt es sich, sie früh morgens oder kurz vor Sonnenuntergang auszubringen. Beachten Sie außerdem, dass die Außentemperatur tagsüber mindestens 10 °C betragen muss. - Befeuchten Sie den Strauch
Nematoden benötigen Feuchtigkeit, um sich fortbewegen zu können. Daher ist es ratsam, die zu behandelnde Buchsbaumhecke vorher nass zu spritzen. - Mischen Sie die Nematoden an
Sie erhalten die Nematoden in einem Beutel mit Mineralpulver. Dieses mischen Sie mit Wasser. Rechnen Sie pro Baum oder Strauch mit etwa 1,5 Litern Wasser. Rühren Sie die Mischung gut um und lassen Sie sie etwa eine Viertelstunde stehen. - Sprühen Sie die Mischung direkt auf die Raupen
Schauen Sie genau nach, wo sich die Raupen befinden, und stellen Sie sicher, dass Sie sie direkt mit der Nematodenmischung treffen. Nematoden, die keine Raupen erreichen, werden weggespült und sterben ab. - Feucht halten
Sorgen Sie dafür, dass die behandelte Buchsbaumhecke noch eine Weile feucht bleibt. Wenn Sie die Nematoden abends ausgebracht haben, bleibt es über Nacht feucht genug. An einem warmen Tag kann es notwendig sein, den Strauch gelegentlich mit einem feinen Sprühnebel zu befeuchten. Machen Sie ihn nicht zu nass, da Sie sonst die Nematoden wegspülen. - Behandlung wiederholen
Es ist sehr schwierig, mit einer einzigen Behandlung alle Buchsbaumraupen zu treffen. Wiederholen Sie die Behandlung mit Nematoden daher alle 3 bis 7 Tage.

Wie erkennt man Schäden durch den Buchsbaumzünsler und die Buchsbaumraupe?
Buchsbaumraupen sind unmittelbar nach dem Schlüpfen aus dem Ei sehr gefräßig. Das Problem ist jedoch, dass man den ersten Schaden nicht sofort bemerkt. Zuerst schaben die Raupen das Blattgewebe ab, was noch nicht so auffällt. Später fressen sie größere Blattstücke bis hin zu den Blattadern. Dabei bilden sie Gespinste, wodurch die beschädigten Blätter zusammengezogen werden. In diesen Gespinsten sieht man auch Kot und Puppen. Letztendlich ist die Buchsbaumhecke vollständig kahlgefressen.
Der Buchsbaumzünsler selbst ist nicht schädlich. Die Falter leben nur kurz (etwa 8 Tage) und sind in dieser Zeit ausschließlich mit der Fortpflanzung beschäftigt.

Wann sollte man den Buchsbaumzünsler und die Buchsbaumraupe bekämpfen?
Das Timing ist bei der Bekämpfung des Buchsbaumzünslers und der Buchsbaumraupe von entscheidender Bedeutung. Sie bilden mehrere Generationen pro Jahr. In einem Moment sind die Falter aktiv, und eine Pheromonfalle ist empfehlenswert. Im nächsten Moment schlüpfen die Raupen, und es ist wichtig, diese mit Nematoden zu bekämpfen. Besonders bei der Bekämpfung mit Nematoden gilt: Je kleiner die Raupe, desto effektiver die Behandlung. Wenn Sie bereits ausgewachsene, hellgrüne Buchsbaumraupen sehen, ist es eigentlich schon zu spät.
Lebenszyklus des Buchsbaumzünslers
Im Frühjahr, im April und Mai, sieht man vor allem Raupen, die überwintert haben oder aus überwinterten Eiern geschlüpft sind. Durch die Wärme werden diese Raupen aktiv und können bis weit in den Mai hinein fressen. Diese Raupen verpuppen sich, woraufhin im Juni und Juli der Buchsbaumzünsler aktiv wird und Eier legt. Daraus schlüpft eine zweite Generation von Raupen, die man vor allem im Juli und August sieht. Der September ist dann wieder eine typische Falterzeit, und Ende September sowie Anfang Oktober kommt es erneut zu starkem Raupenfraß.
Der beste Zeitpunkt für Nematoden gegen die Buchsbaumraupe
Nematoden gegen die Buchsbaumraupe sind am effektivsten, wenn sie gegen die zweite Generation der Raupen eingesetzt werden, also im Spätsommer und Herbst. So verhindern Sie, dass viele Raupen überwintern, die im Frühjahr wieder für eine neue Generation sorgen würden.